Anleitung zur Kollegialen Pädagog*innen-Supervision

Ausgangslage:

Der Beruf der Pädagog*innen ist ein hoch verantwortungsvoller Beruf, der in ungeheurer Dichte und Dringlichkeit die Pädagog*innen täglich vor zahlreiche und vielfältige Herausforderungen stellt. Die Schnelllebigkeit des Berufsalltags ermöglicht kaum Freiraum, sich über Probleme und auszutauschen und somit stehen Pädagog*innen oftmals mit belastenden Fragestellungen allein da.

SPANNUNGSFELD SCHULE:

Im Spannungsfeld Schule sind Lehrer*innen mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Verschiedenste Anforderungen seitens von Schüler*innen, der Eltern, der Kolleg*innen, der Schulleitung und weiterer am Schulleben beteiligten Personen machen den Lehrer*innenberuf sehr komplex.

SPANNUNGSFELD ELEMENTARPÄDAGOGIK und HORT/NACHMITTAGSBETREUUNG

Im Spannungsfeld Elementarpädagogik haben die Herausforderungen in den letzten Jahren enorm zugenommen. Pädagog*innen in den verschiedensten Einrichtungen haben kaum Zeit, sich mit den vielfältigen Themen seitens der Kinder, der Elternarbeit, der Teamarbeit, der Leitungsarbeit uvm. auseinanderzusetzen.

Selbstverständnis und Definition der Kollegialen Pädagog*innen-Supervision

Kollegiale Pädagog*innen-Supervision ist eine niederschwellige und wirksame Form der kollegialen Beratung, in der sich eine Gruppe von Pädagog*innen (entweder aus dem schulischen oder aus dem elementarpädagogischen Bereich) in einem geschützten Rahmen zuerst mit einer Supervisor*in zusammenfinden, um eine oder mehrere schwierige Problemstellung zu beleuchten und diese einer praktikablen Lösung zuzuführen. Ziel dieser „Anleitung zur kollegialen Supervision“ ist es, eine Struktur zu erlernen, damit Teams befähigt werden, zukünftig auch ohne externe Supervisorin auszukommen.

Prinzipien der Kollegialen Pädagog*innen-Supervision sind

  • Vertrauen und Verschwiegenheit
  • Unterstützung und Wertschätzung
  • Wissen und Lösungskompetenz der Gruppe
  • Multiperspektivität
  • Keine Hierarchien

Ziele der Kollegialen Pädagog*innen-Supervision sind:

  • Bessere Bewältigung des Berufsalltags
  • Eigenkompetenz fördern
  • Praktikable Lösungen finden
  • Selbstvergewisserung und Entlastung
  • Aus dem Wissen und dem Erfahrungsschatz der Gruppe profitieren
  • Professionalisierung und Qualitätssicherung des beruflichen Handelns

Ablauf der Kollegialen Pädagog*innen-Supervision sind:

Eine Gruppe von mindestens 4 Teilnehmer*innen (TN) trifft sich an einem vereinbarten Ort (die Dauer beträgt 100 Minuten). Bei der „Kollegialen Supervision“ soll das Team angeleitet werden, nach einiger Zeit diese Supervisionen selbst, also ohne externe Supervisorin, durchzuführen.

Unter der Moderation und Anleitung der Supervisor*in findet ein klar strukturierter Ablauf statt:

  1. Fallgeber*in stellt Problem vor
  2. TN stellen neutrale Verständnisfragen dazu (noch ohne jede Deutung und Interpretation)
  3. Gruppe überlegt und assoziiert, wobei die Supervisor*in verschiedene Methoden anbietet (Karten, Flipchart, Skizzierungen, Brainstorming Kopfstand-Brainstorming usw.)

Fallgeber*in hört schweigend zu.

  1. Fallgeber*in nimmt nun Stellung und bewertet die Lösungsideen.
  2. Reflexion und Sharing: Fallgeber*in beschreibt, welche Lösungsideen er/sie mit in den Berufsalltag nimmt. Die TN reflektieren, was sie selbst mitnehmen bzw. wovon sie profitiert haben.
  3. Abschluss: Ist noch ein Treffen notwendig? Gibt es einen nächsten Fall? Terminvereinbarung.

Kollegialen Pädagog*innen-Supervision

Die „Anleitung zur kollegiale Pädagog*innen-Supervision“ kann sowohl in einer festen Gruppe als auch in einer offenen Gruppe erfolgen, wobei bereits bei der Anmeldung erfragt werden soll, ob die betreffende Pädagog*in selbst einen Fall einbringt. Bei mehreren Falleinbringer*innen kann der Zeitrahmen von 100 Minuten auf 150 (3 EH) Minuten bei maximal drei Fällen/ Treffen. erweitert werden.